Die Methode, zuerst im „Millenium Seminar 2000“ in Mumbai vorgestellt, ist aus den Kinderschuhen herausgewachsen und hat eine effiziente Reife erlangt.

Der systematische Ansatz – Naturreich, Untergruppe, Ursubstanz – wurde inzwischen so weitreichend ausgearbeitet, dass der Behandler  in das System in über 80 Prozent der Anamnesen anwenden kann. Die Dokumentation der systematischen Auswertung ist  am ausführlichsten in Sankarans Software Vital Quest zu finden. Mit „Struktur“ hat Sankaran jetzt außer den VitalEmpfindungen der  Pflanzenfamilien und der Tiergruppen auch die der  mineralischen Heilmittel aus der traditionellen Materia Medica und den Repertorien „destilliert“.

Dazu hat er nach den Prinzipien der Generalisierung von Boger- Bönninghausen mit den Allgemein- und Schmerzrubriken gearbeitet und die modernen Möglichkeiten der Analyse großer Datenmengen  genutzt.

Die Empfindungsmethode war in ihren ersten Jahren, ein „nachbohren“ und herausarbeiten der VitalEmpfindung über die lokale Schmerzempfindung. Dies war für den Homöopathen und den Patienten gleichermaßen eine ungewohnte, und vielmals unangenehme Arbeitsweise.

Zu Beginn war diese Arbeitsweise vonnöten, um so die VitalEmpfindungen der Gruppen (Pflanzenfamilien, Tiergruppen, Mineral-reihen) präzise herauszuarbeiten.

2006 in Mumbai zeigte uns Sankaran in seinen LifeAnamnesen einen komplementären Ansatz: Beobachten, Wahrnehmen, Wiedererkennen  der Empfindungsworte während des spontanen Erzählflusses des Patienten. Darauffolgend wurden zusätzlich „nicht-menschliche“ Worte, „sourcewords“,  aus klinischen Fallstudien herausgezogen. Das Konzept der Ebenen der Erfahrung wurde  soweit ausgearbeitet, dass es zur direkten Orientierung in der Anamnese beitrug. Wiederholtes Nachfragen wurde somit weitgehend überflüssig. Es wurde deutlich, dass  Fehler in der Mittelwahl häufig auf zu viel Führung der Anamnese durch den Homöopathen beruhen. Sankaran entwickelte assoziative Techniken („einfach mehr“, Kritzeleien, Arbeit mit Gesten ) zur Vertiefung der Anamnese.

Im Novemberseminar 2008 ging Sankaran noch weiter in die Rolle des Beobachters: nun wurde die Anamnese teilweise zu einer Rückführung in „das andere Lied“ aus der Natur. Diese Anamnesen hatten eine therapeutisch positive Wirkung, auch ohne Mittelgabe.

Allerdings zeigte sich in den nächsten Jahren dass solch Ansatz schnell zur Fantasiereise wurde, wenn dies ohne Rückverbindung zu den Grundpfeilern der Homöopathie –  Repertorium, Materia Medica, Leitsymptome, Körperliche Symptome – praktiziert wurde.

Ohne diese Rückverbindung erwies sich die Zuordnung der inneren Reise zur „Ursubstanz“ oder „Quelle“ als sehr fehlerbehaftet.  

 

Nichtsdestotrotz ist ein direktes Erleben des „anderen Liedes“ möglich, und heilsam! Hierbei macht die gezielte Hinzunahme von Elementen therapeutischer Disziplinen wie NLP, Hypnotherapie und Rückführungstherapie dies zu einem einfachen, sicheren Prozess. Hier hat insbesondere Jayesh Shah seinen eigenen Stil entwickelt. Inzwischen gibt es viele Wege um die Anamnese bis zur Heilsubstanz zu führen. Dieses Vorgehen ist vor allem beim Verschreiben eines wenig erforschten „Simillimums“ erforderlich.

 

Seither hat Sankaran eine integrative Herangehensweise mit Rubriken und Materia Medica (Symptomatisch) und Naturreichen, VitalEmpfindungen der Gruppen, Ursubstanz (Systematisch) propagiert. In diesem Ansatz wird beides, Information wie  Leitsymptome, Krankengeschichte, Repertorisierung (linke Hirnhälfte) sowie die gefühlte Vitalempfindung mit Naturreich, Gruppenthema (rechte Hirnhälfte) zur Verschreibung herangezogen. Sankaran hat diesen Ansatz „Synergie der Methoden“ benannt und baut dies in einer neuen Version seiner Software „Vital Quest“ neu auf.

Nach 13 Jahren Reifezeit der Empfindungsmethode ist deutlich geworden, dass sich  ein für den Patienten angenehmer Anamnesestil ganz natürlich anbietet.  Der  erfahrene Homöopath stellt sich darauf ein und gestaltet die Anamnese zu einer heilsamen Selbsterfahrung inklusive Mittelfindung – ganz nach Bedarf und Anfrage des Patienten.

 

Die Zeit ist reif die Saat zu streuen.